© Andrej Grilc

News

Wort x Klang x Geschichte

02.12.2026 | 19:00 Uhr
Eine Lesung mit Klavierkonzert

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Ein Buch zu lesen, ist ein sehr intimer Prozess. Man taucht in einer Welt ein, die einen eigenen Rahmen, eine eigene Struktur und emotionale Tiefe besitzt. Während man sich mit der Handlung und den Figuren auseinandersetzt, versinkt man – fast unbewusst – in seiner Innenwelt und reflektiert die eigenen Gedanken. Diese Reflexion in eine musikalische Struktur umzuwandeln, die meine Lektüre des Buchs „Zeit der Mutigen“ von Dimitré Dinev widerspiegelt, war mein Ziel bei der Erstellung des musikalischen Programms.
Um die Melodie des Textes nicht zu unterbrechen und mich nicht in die Vollkommenheit des Sujets einzumischen, habe ich vier Blöcke erstellt, die eine wellenartige Struktur ergeben. Der Text fließt dazwischen wie ein Fluss (wie die Donau). Dadurch vermischen sich die zwei Komponenten – Wort und Klang – auf der Bühne und lassen einen eigenen Klangkörper entstehen.
Um die vier Teile des Programms zu erstellen, habe ich wiederkehrende Leitmotive aus dem Buch verwendet, die eine eigene musikalische Linie tragen. Ein Beispiel dafür ist das Leitmotiv des Feuers, das nie erlöschen darf, „damit jene, die sich im Finsteren verloren haben, zu einem Menschen finden“ (S. 206), „das jedem Schutz versprach, der sich verirrt hatte“. Aus musikalischer Sicht erinnert es an ein Thema mit Variationen. Dafür habe ich das Hauptthema aus dem Streichquartett in d-Moll von Schubert verwendet und eine eigene Klavierbearbeitung dafür erstellt. Einmal erklingt das symbolträchtige Thema „Der Tod und das Mädchen“ von Schubert, das auch in seinem gleichnamigen Lied mit dem Text von Goethe erscheint, als Thema mit zwei Variationen und einmal nur als Thema und Coda (Anfang-Ende).
Einen anderen wesentlichen Impuls fand ich in der Buchstabenkombination SCH, die in dem wiederkehrenden Motiv „Schweiß, Schmerz und Schlaf“ vorkommt. Um diese Buchstaben zu reflektieren, habe ich die Präludien und Fugen von Schostakowitsch verwendet. Zusammen mit dem ersten Buchstaben seines Vornamens (Dmitry) ergibt dies das berühmte Motiv DSCH, eines der bekanntesten Kryptogramme der Musikgeschichte, mit dem sich der Komponist Dmitry Schostakowitsch verewigte. Er musste seine Präludien und Fugen teilweise heimlich komponieren und schaffte es trotz Verurteilung durch die Partei, einen der wichtigsten Klavierzyklen des 20. Jahrhunderts zu komponieren. In Verbindung mit Bachs „Das Wohltemperierte Klavier“, das 200 Jahre davor entstand, ergeben diese Werke eine ununterbrochene musikalische Linie, welche die Vorstellung von Zeitgrenzen sprengt.
Eine wunderschöne musikalisch-literarische Verbindung fand ich auch zwischen dem Leitmotiv des tschechischen Liedes (Zitat: „das alle Dinge, die er gernhatte, näher erscheinen ließ“ oder „damit die junge Seele keine Angst vor dieser Welt hatte“) und dem Klavierstück „Im Nebel“ von Janáček. Das tschechische Lied im Buch wirkt oft als eine Ruheinsel, eine Rettung vor dem Schicksal und eine Möglichkeit, die innere Stimme auszudrücken, ohne die Worte genau zu verstehen. In seiner Komposition erstellt Janáček eine musikalische Struktur aus vier Teilen und mit seiner Vielseitigkeit bildet er die sogenannte „Polyphonie der Emotionen“ (Milan Kurdera, University of Miami). Ein Begriff, der auch auf das Buch zutreffen würde.
Für den Abschluss des Programms habe ich das Stück „Islamey“ von Balakirev gewählt. Es galt lange Zeit als eines der anspruchsvollsten Werke in der Klavierliteratur. Mit seinen extremen Gefühlen und technischen Herausforderungen ergibt das Stück eine symbolische Kulmination der Emotionen. Es ist meine persönliche Deutung der Befreiung von der Unterdrückung, die oft in Sujets des Buchs vorkommt – etwa in Bezug auf das Schicksal oder das politische Regime.
Das Buch von Dimitré Dinev hat mich zutiefst berührt und inspiriert. In seiner Vollkommenheit habe ich Möglichkeiten gesucht, wiederkehrende Leitmotive, musikalisch-literarische Ideen und manchmal sogar Buchstaben in eine musikalische Struktur umzuwandeln. Durch diese Symbiose von Wort und Klang entsteht ein selbstständiges Kunstwerk auf der Bühne, das den Zuhörer:innen die eigene Reflexion im Hier und Jetzt gestattet.

Live im Studio 2

Neues Video
live aus dem Wiener Konzerthaus

Bach, Präludium in Cis-Dur, BWV 848

© Lukas Heistinger

New Release – „Encore!”

20.02.2026
Die Zugabe entsteht im Raum zwischen Klang und Stille

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In ihrem neuesten Programm „Encore!” betrachtet Dora Deliyska die Zugabe (frz. Encore) nicht nur als Abschluss eines Konzerts, sondern als einen Übergang zwischen der Aufführung und der Stille danach.
Die Stücke sind in einer Reihenfolge positioniert, die eine musikalische Struktur aus drei Teilen ergibt. Der erste Teil besteht aus 4 Werken von Schubert, deren Tonarten einen verminderten Septakkord ergeben.
Der zweite Teil bildet eine Ruheinsel mit den Werken von Arvo Pärt und Johann Sebastian Bach. In den vielen Stellen mit unterschiedlichen Pianissimo-Nuancen erlebt man das Klavier nicht nur als ein Tasteninstrument, sondern auch als einen Klangkörper, der unglaublich viele akustische Farben erzeugen kann.
Im dritten Teil des Programms entfaltet sich das Konzept der romantischen und virtuosen Zugaben. Abwechselnd erklingen emotionale Highlights wie Liszts Liebestraum und das Liebesleid von Kreisler/Rachmaninov. Mit temperamentvollen Stücken von Fazil Say erlebt man schließlich ein fulminantes Ende.

Die Zugabe entsteht im Raum zwischen Klang und Stille. Es ist der Augenblick, in dem das Konzert zu Ende ist und die Emotionen den Höhepunkt erreicht haben. Doch dann erklingt noch ein Stück – ungewiss, unerwartet, überraschend! Gerade in dieser Ungewissheit liegt die besondere Kraft der Zugabe: Sie kann die Emotionen des Konzertabends abrupt in entgegengesetzte Richtungen lenken und das bisher Dargebotene fortsetzen oder einen starken Kontrast bilden.
Die Zugabe ist das letzte Wort, die finale Botschaft, welche die Musiker:innen dem Publikum mit auf den Weg geben.

„Encore!”
im Wiener Konzerthaus

09.03.2026 | 19:30 Uhr

© Lukas Heistinger

Dora Deliyska im Interview mit pizzicato

27.02.2026
Die Zugabe ist der Übergang zwischen dem musikalischen Universum und der Realität

© Lukas Heistinger

Neues Fotoshooting mit dem Künstler Lukas Heistinger

Ligeti on 8 pianos

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Das Videowerk „Pulsations“ basiert auf der Etüde „Fanfares“ von Ligeti. Dora Deliyska, Axel Stockburger und Kai Maier-Rothe haben dieses Werk 2018 in der Bösendorfer-Klavierfabrik in Österreich mit acht Bösendorfer-Flügeln geschaffen und gefilmt. Das Konzept basiert auf der rhythmischen Struktur des Stücks und dessen Umsetzung in eine räumliche Anordnung der verschiedenen Klaviere. Credits: Dora Deliyska: Klavier basierend auf György Ligeti – Études 4: Fanfares (1985) Kai Maier-Rothe & Axel Stockburger: Konzept, Ton, Kamera, Postproduktion finanziert durch das Bundeskanzleramt Österreich, Kunst freundlicherweise unterstützt durch Bösendorfer Pianos Mehr zum Konzept: Zunächst hat uns Ligetis spezifischer Ansatz zur enormen Komplexität afrikanischer Polyrhythmen zu diesem Musikstück hingezogen. Er schrieb: „In der afrikanischen Musik tritt eine völlig andere metrische Mehrdeutigkeit auf. Hier gibt es keine Takte im europäischen Sinne, sondern zwei rhythmische Ebenen: eine Grundschicht aus schnellen, gleichmäßigen Pulsationen, die nicht als solche gezählt, sondern eher gefühlt werden, und eine darüberliegende, obere Schicht aus gelegentlich symmetrischen, aber häufiger asymmetrischen Mustern unterschiedlicher Länge”. In: Arom, Simha (1991) African polyphony and polyrhythm: Musical structure and methodology, Cambridge University Press, Cambridge UK.

„Nur wer mutige Entscheidungen trifft und Risiken eingeht, kann künstlerisch Neuland betreten.“

26.06.2025
Auftritt beim Sommerfestival in Varna
mit dem Kreisler Trio, Wien

Debüt im Duo mit dem Geiger Mario Hossen

20.05.2025
Bei der Eröffnung des Kammermusikfestivals Balabanov’s House in Plovdiv, Bulgarien

© ORF/ Ursula Hummer-Berger

Dora Deliyska gestaltet und moderiert die Sendung „Pasticcio” auf Ö1

10.07.2024 | 8:20 Uhr

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In ihren Konzert-Programmen spannt sie gerne zusammen, was scheinbar nicht zusammengeht, und entwickelt dadurch eine Dramaturgie, die das Publikum mitunter völlig neue Zusammenhänge erfahren lässt. Dora Deliyska ist eine international gefragte Pianistin, die bereits mehrere spannende Konzeptalben vorgelegt hat. Dass ihre künstlerische Herangehensweise mitunter etwas “Pasticciöses” hat, beweist sie in diesem Sommerfrische-Gastauftritt.

TED Talk über die Verbindung zwischen Klavierinterpretationskunst und Wissenschaft

08.06.2024
Klagenfurt

© TEDx Klagenfurt

Die Kraft der Klavierkunst und meine persönliche Geschichte

© Manuel Bacher

Poème Symphonique für 100 Metronome

09. – 11.02.2024
Dora Deliyska interpretiert Ligeti im Rahmen einer klanglichen Installation,zusammen mit der Künstlerin Patricia J. Reis

„Études & Préludes“ zweimal im Wiener Konzerthaus

19.10. & 20.10.2023
Dora Deliyska eröffnet neue Hörerlebnisse

© Andrej Grilc

„Das Ganze soll mehr sein als die Summe seiner Einzelteile.“

13.02.2023
Ein Gespräch mit Alain Steffen

New Release bei Hänssler Classic – „Études & Préludes“

03.02.2023

© Jennifer Gelardo

Pre-Release Gesprächskonzert im Konzerthaus

19.01.2023
Dora Deliyska und Christoph Wellner, Chefredakteur des Radio Klassik Stephansdom und Musikologe sprechen über das Konzept und die Entstehungsgeschichte des „Études & Préludes“

Neue Videos
„Études & Préludes“

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Dora Deliyska
and Emil Tabakov,
Ravel Concerto in G

04.05.2022

© Daniel Lekov

Dora Deliyska
for Diva Magazine

© Alexander Bogdan Thompson

Dora Deliyska appointed artist in Residence for the Season 2021/2022 in State Opera Plovdiv

01.09.2021

Dora Deliyska to record in Teldex Studio, Berlin

09.08.2021

© Daniel Waldhecker | Kobalt Productions GmbH

Daniel Hope und Dora Deliyska bei Europe@home auf ARTE TV

26.02.2021 | 19:00 Uhr
Live-Stream auf ARTE TV
Die Pianistin Dora Deliyska ist zu Gast bei „Europe@Home“ auf Arte TV und präsentiert die musikalische Vielfalt ihres Heimatlandes Bulgarien. Sie spielt auch Stücke aus ihrer letzten CD „Alles Walzer, einmal anders!“ und somit zeigt sie ihre enge Verbindung zu der Wiener Klangtradition.

© Alexander Bogdan Thompson

“Metamorphosen” for piano and Orchestra to premiere in November

31.10.2021
Dora Deliyska’s develops conceptual programm, first time for piano and orchestra. Including monumental pieces, such as Liszt Totentanz and Rachmaninov, Paganini Variations the pianist reache new sound structures and unites the program with the “Dies Irae” theme

© Andrej Grilc

Dora Deliyska

Artist’s biography

Dora Deliyska hat sich in den letzten Jahren nicht nur als eine der führenden, sondern auch vielseitigsten und interessantesten Pianistinnen der Gegenwart etabliert. Ihre selbst entwickelten künstlerischen Projekte haben eine eigene Dramaturgie und werfen eine neue und einzigartige Perspektive auf die Klavierliteratur und die Interpretationskunst.

Durch jahrelange Konzertauftritte sowie Audio- und Video-Einspielungen hat Dora Deliyska internationalen Beifall seitens der Kritik und des Publikums geerntet. Ihr umfangreiches Repertoire reicht von Bach bis Ligeti. Sie schafft eine Verbindung zwischen feinfühliger Klavierinterpretationskunst, präziser Virtuosität und fundierter musikwissenschaftlicher Auseinandersetzung.

 


Dora Deliyska ist Bösendorfer Artist.

Programs

Alles Walzer, einmal anders!

Mit ihrem Projekt „Alles Walzer, einmal anders!“ ermöglicht es Dora Deliyska dem Zuhörer, den Wiener Walzer einmal völlig anders zu erleben. Die Pianistin baut eine komplexe Struktur rund um die Schlichtheit dieses Tanzes auf und zeigt das bekannte Genre in all seinen Facetten – nicht nur wienerisch und elegant, sondern auch modern, virtuos, orchestral und impressionistisch.
Unerwartet geben sich Komponisten wie Ligeti und Bartók ein Stelldichein mit Schubert und Strauss und erzeugen eine Klangwelt voll provokativer Rhythmen und innovativer Gedanken. So entsteht ein ganz neues Kunstwerk im Hier und Jetzt. Mit Ravels „La Valse“ erreicht das Programm seinen Höhepunkt und hinterlässt starke Emotionen. Das Staunen über die unbekannte und düstere Seite dieses populären Tanzes ist auf dieser musikalischen Entdeckungsreise garantiert!

Études & Préludes

Es gibt viele Beispiele für bedeutende Klavierzyklen, die aus 24 Stücken bestehen. Diese klare Struktur wurde von zahlreichen Komponisten oft und gern verwendet. Dora Deliyska greift das Schema der 24 Einzelstücke auf und positioniert in diesem Rahmen zwölf Etüden und zwölf Präludien von Frédéric Chopin, Claude Debussy, György Ligeti und Nikolai Kapustin.
Den ersten Teil des Programms bilden zwölf ausgewählte Etüden, die nach Intervallen geordnet sind – von Sekunde bis Oktave. Auf diese Weise entsteht eine intensive emotionelle Steigerung.
Die zwölf Präludien des zweiten Teils spiegeln den ersten Teil wider und bewirken eine Geschlossenheit des Konzertprogramms, das mit seinen 24 einzelnen Stücken als ein eigener Klavierzyklus betrachtet werden kann – und damit als ein eigenes Kunstwerk!

B-A-C-H

Die Vorstellung, dass das Ganze mehr als die Summe seiner Einzelteile ist, wird durch Dora Deliyskas B-A-C-H-Projekt sinnlich erfahrbar. Der in Wien ausgebildeten bulgarischen Pianistin gelingt es, Stücke aus dem ersten Band von Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ mit Teilen von Schostakowitschs Präludien und Fugen op. 87 sowie Chopin-Etüden auf so überzeugende Weise miteinander zu kombinieren, dass die Sammlung selbst zu einem kreativen Kunstwerk wird.

Frank Siebert

Encore!

Die Zugabe entsteht im Raum zwischen Klang und Stille. Es ist der Augenblick, in dem das Konzert zu Ende ist und die Emotionen den Höhepunkt erreicht haben. Doch dann erklingt noch ein Stück – ungewiss, unerwartet, überraschend! Gerade in dieser Ungewissheit liegt die besondere Kraft der Zugabe: Sie kann die Emotionen des Konzertabends abrupt in entgegengesetzte Richtungen lenken und das bisher Dargebotene fortsetzen oder einen starken Kontrast bilden.
Die Zugabe ist das letzte Wort, die finale Botschaft, welche die Musiker:innen dem Publikum mit auf den Weg geben.

Dates

02

December

Wien | Lesung und Klavier

DORA DELIYSKA UND DIMITRÉ DINEV
HAUS DER INGENIEURE, WIEN

24

–

27

February

Vorarlberg | Prima la Musica

JURYTÄTIGKEIT, KLAVIER KAMMERMUSIK
VORARLBERG

05

April

Wien | Benefizkonzert

DORA DELIYSKA, LIDIA BAICH, WOLFGANG HÄRTEL
EHRBAR SAAL, WIEN

12

April

Sofia | Mozart Concerto

CLASSIC FM ORCHESTRA
GEORGI DIMITROV
SOFIA, BULGARIEN

09

July

Bad Ischl | Kirchklang

BEETHOVEN REZITAL MIT DEM GEIGER MARIO HOSSEN
BAD ISCHL

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