© Andrej Grilc

Livestream Benefizkonzert

Am 8. Oktober 2020 um 20:00 Uhr wird das Benefizkonzert „Alles Walzer, einmal anders!“ aus dem Brahms-Saal im Wiener Musikverein in Kooperation mit sohot – burning for art auf Dora Deliyskas Facebook-Seite live gestreamt. Im Rahmen des Streams ruft Dora Deliyska zu einer Online-Spendenaktion zu Gunsten des Kinderhospiz-Netzes auf.

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Vor zwei Jahren lernte ich das Kinderhospiz-Netz und dessen wichtige Aktivitäten bei einem Rotary-Vortrag kennen. Es berührte mich zutiefst, sodass ich seitdem den Wunsch hatte, ein Benefizkonzert zugunsten dieser großartigen Einrichtung zu veranstalten. Den Familien schwer erkrankter Kinder in ihrer schwierigen Lage zu helfen, bedeutet mir viel. Bei einem Trauma ist es das Schwierigste, den Schock zu überwinden, den ersten Schritt zu machen und Hilfe zu suchen.
Wir erleben gerade als Gesellschaft ein Trauma, das einen tiefen Riss hinterlassen hat. Seit der Pandemie herrscht weltweit eine Krise – nicht nur gesundheitlich, finanziell und ökonomisch. Die Krise hat auch starke emotionale Auswirkungen, da sie Angst erweckt, zu Isolation führt und Einsamkeit verursacht. Ich darf diese Krise Trauma der Gesellschaft nennen, weil auch sie unerwartet und umso erschreckender über uns hereingebrochen ist. Ich glaube fest daran, dass die Kunst und die Musik eine tragende Rolle in der emotionellen Heilung spielen werden. Wir Künstler haben die Verantwortung, die Ängste und Gefühle zu reflektieren, damit die Gesellschaft einen neuen Weg findet.
Das bringt mich zum Programm des Abends. Der ursprüngliche Termin im Mai war als Benefizkonzert und CD-Präsentation geplant. Im Frühjahr wurde meine CD „Alles Walzer, einmal anders!“ veröffentlicht und ich wollte das Programm mit dem Wiener Publikum im Musikverein teilen. Doch dann kam die Pandemie. Es dauerte Monate, bis ich wieder zu musizieren anfing. In dieser schwierigen Phase halfen mir die Préludes von Chopin sehr und brachten mich wieder ans Klavier. Ich fand in diesem Klavierzyklus eine Art von „Rettung“ während des Lockdowns.
Diese kurzen Stücke vereinen starke und doch ganz unterschiedlichen Emotionen. Sie bauen aber in sich eine perfekte Struktur (aus 24 Stücken) auf. Eine Struktur, die notwendig ist, um die starken Gefühle zu „ordnen“.
So, wie wir eine Struktur benötigen, um unseren Alltag zu organisieren und uns geschützt zu fühlen. Doch dann zerbricht die Struktur völlig unerwartet – wie durch die Pandemie – und zerfällt in viele einzelne Stücke. Mein Wunsch und mein emotionales Bedürfnis war es, aus diesen vielen Einzelstücken eine neue Struktur (aus 6 Stücken) aufzubauen, etwas Neues entstehen zu lassen. Für mich persönlich zu beweisen, dass es möglich ist, trotz Chaos und Zerfall aufzustehen und weiterzumachen. Es war ein Zeichen der Hoffnung.
Aus diesem Grund habe ich diese Stücke, diese neue Struktur in das ursprüngliche Programm integriert und hoffe, dadurch jedem die Möglichkeit zu geben, die eigene Emotionen zu reflektieren.
– Dora Deliyska

Alles Walzer, einmal anders!

Mit ihrem Projekt „Alles Walzer, einmal anders!“ ermöglicht es Dora Deliyska dem Zuhörer, den Wiener Walzer einmal völlig anders zu erleben. Die Pianistin baut eine komplexe Struktur rund um die Schlichtheit dieses Tanzes auf und zeigt das bekannte Genre in all seinen Facetten – nicht nur wienerisch und elegant, sondern auch modern, virtuos, orchestral und impressionistisch.
Unerwartet geben sich Komponisten wie Ligeti und Bartók ein Stelldichein mit Schubert und Strauss und erzeugen eine Klangwelt voll provokativer Rhythmen und innovativer Gedanken. So entsteht ein ganz neues Kunstwerk im Hier und Jetzt. Mit Ravels „La Valse“ erreicht das Programm seinen Höhepunkt und hinterlässt starke Emotionen. Das Staunen über die unbekannte und düstere Seite dieses populären Tanzes ist auf dieser musikalischen Entdeckungsreise garantiert!

études & préludes

Es gibt viele Beispiele für bedeutende Klavierzyklen, die aus 24 Stücken bestehen. Diese klare Struktur wurde von zahlreichen Komponisten oft und gern verwendet. Dora Deliyska greift das Schema der 24 Einzelstücke auf und positioniert in diesem Rahmen zwölf Etüden und zwölf Präludien von Frédéric Chopin, Claude Debussy, György Ligeti und Nikolai Kapustin.
Den ersten Teil des Programms bilden zwölf ausgewählte Etüden, die nach Intervallen geordnet sind – von Sekunde bis Oktave. Auf diese Weise entsteht eine intensive emotionelle Steigerung.
Die zwölf Präludien des zweiten Teils spiegeln den ersten Teil wider und bewirken eine Geschlossenheit des Konzertprogramms, das mit seinen 24 einzelnen Stücken als ein eigener Klavierzyklus betrachtet werden kann – und damit als ein eigenes Kunstwerk!

B-A-C-H

Die Vorstellung, dass das Ganze mehr als die Summe seiner Einzelteile ist, wird durch Dora Deliyskas B-A-C-H-Projekt sinnlich erfahrbar. Der in Wien ausgebildeten bulgarischen Pianistin gelingt es, Stücke aus dem ersten Band von Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ mit Teilen von Schostakowitschs Präludien und Fugen op. 87 sowie Chopin-Etüden auf so überzeugende Weise miteinander zu kombinieren, dass die Sammlung selbst zu einem kreativen Kunstwerk wird.

Frank Siebert

© Andrej Grilc

Dora Deliyska

Artist’s biography

Dora Deliyska hat sich in den letzten Jahren nicht nur als eine der führenden, sondern auch vielseitigsten und interessantesten Pianistinnen der Gegenwart etabliert. Ihre selbst entwickelten künstlerischen Projekte haben eine eigene Dramaturgie und werfen eine neue und einzigartige Perspektive auf die Klavierliteratur und die Interpretationskunst.

Durch jahrelange Konzertauftritte sowie Audio- und Video-Einspielungen hat Dora Deliyska internationalen Beifall seitens der Kritik und des Publikums geerntet. Ihr umfangreiches Repertoire reicht von Bach bis Ligeti. Sie schafft eine Verbindung zwischen feinfühliger Klavierinterpretationskunst, präziser Virtuosität und fundierter musikwissenschaftlicher Auseinandersetzung.

 


Dora Deliyska ist Bösendorfer Artist.

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